CODEX_II :: DOCTRINE
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Codex II — Lehren & Modelle(第二巻)

Konzeptuelle Präzisierung · ohne Naturbehauptung · mit Schutz vor Überdehnung

Art. 1 — Kontinuität als Struktur (kein Beweis)

1. Shōtai versteht Kontinuität als Möglichkeit, dass Ordnung (Information/Relation) fortsetzbar sein kann, ohne dass daraus ein naturwissenschaftlicher Nachweis folgt.

2. Die Aussage ist eine Weltdeutung: Sie kann als sinnvoll erlebt werden, sie kann aber nicht als gesichertes Wissen dargestellt werden.

3. Wer Shōtai zitiert, hat kenntlich zu machen, dass es sich um Glauben/Deutung handelt, nicht um Beweis oder Garantie.

Kommentar:
Das verhindert „Pseudo-Wissenschaft“. Shōtai darf philosophisch/poetisch stark sein – aber nicht als „Fakt“ missbraucht werden.

Art. 2 — Identität, Gestalt, Shōtai (正体)

1. Im Japanischen wird 正体 häufig als „wahre Gestalt/Identität“ verstanden: das, was nach Abzug von Maske, Rolle und Täuschung übrig bleibt.

2. Im Projektkontext bezeichnet Shōtai daher den Anspruch auf eine möglichst unverfälschte Beschreibung dessen, was trägt: Struktur statt Show, Muster statt Maske.

3. Dieser Anspruch ist graduell: Shōtai ist kein „Endzustand“, sondern eine Richtung (Kohärenzprüfung, Reduktion von Selbsttäuschung).

Kommentar:
Hier steckt die „Semantik-Falle“: Wer Shōtai absolut setzt („ich kenne die Wahrheit“), verlässt Shōtai. Der Begriff ist eine Disziplin der Begrenzung, nicht der Allmacht.

Art. 3 — Die drei Achsen: Erinnerung · Entscheidung · Bedeutung

1. Erinnerung bezeichnet nicht nur Gedächtnis, sondern das geordnete Forttragen von Erfahrung (auch durch Aufzeichnung, Ritual, Archiv).

2. Entscheidung bezeichnet Handlungsfähigkeit: die Fähigkeit, Unterschiede zu setzen, Verantwortung zu tragen und Konsequenzen anzunehmen.

3. Bedeutung bezeichnet Orientierung: nicht „Sinn als Geschenk“, sondern Sinn als gestaltete Relation zwischen Erlebtem, Handeln und Zukunft.

Kommentar:
Damit wird Shōtai operational: Man kann prüfen, ob Beiträge/Handlungen diese Achsen stärken oder zersetzen (z. B. toxische Eskalation zerstört Bedeutung und Entscheidung).

Art. 4 — Zeit, Archiv, Zyklus

1. Shōtai bevorzugt asynchrone Reifung: Texte, Threads, Zyklen und Archive sollen Reflexion ermöglichen.

2. Ein Archiv ist nicht „Friedhof“, sondern Stabilisierung: Abschluss, Index, Lesbarkeit, Wiederauffindbarkeit.

3. Thematische Zyklen strukturieren Aufmerksamkeit: Sie reduzieren Lärm und fördern Tiefe (Geduld-Prinzip).

Kommentar:
Das ist der Grund, warum Echtzeit-Chat riskant ist: Er belohnt Geschwindigkeit statt Kohärenz.

Art. 5 — Verbot der Überdehnung

1. Shōtai darf nicht als absolute Antwort auf alle Fragen verwendet werden.

2. Shōtai darf nicht zur Rechtfertigung von Schaden, Dominanz, Abhängigkeit oder existenziellen Entscheidungen instrumentalisiert werden.

3. Wer Shōtai als „Waffe“ nutzt (Einschüchterung, Missionierung, Manipulation), handelt codexwidrig.

Kommentar:
„Überdehnung“ ist der häufigste Crash: Ein schönes Konzept wird zum totalen Weltanspruch. Codex verhindert das.